Risiken

Schweres Übergewicht (Adipositas) ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Man sieht das Übergewicht nicht als Krankheit, sondern als Willensschwäche der Betroffenen. Dementsprechend werden Operationen oft als unnötig, riskant und kontrovers verurteilt. Die Risiken beispielsweise eines Magenbypasses entsprechen denjenigen jeder grossen Operation. Etwa einem Hüftgelenksersatz, bei dem die Sterblichkeit sogar noch etwas höher liegt.

Entscheidend für die Operation ist der Gesundheitszustand des Patienten – je besser dieser ist, desto weniger Risiko. Schwer kranke Übergewichtige riskieren ohne Gewichtsreduktion eine verkürzte Lebensdauer von 9-12 Jahren, im Vergleich dazu bietet eine Operation ein geringeres Risiko. Das trifft allerdings sicher nicht auf alle Personen zu und so ist eine Operation nicht immer die richtige Entscheidung.

Frequently asked questions

Kann ich bei dieser Operation sterben?

Das hängt von Ihrem Gesundheitszustand ab. Je älter und kränker Sie sind, umso höher das Risiko. Insgesamt ist ein Ableben während oder im ersten Monat nach der Operation mit 0.3% aber sehr selten.

Wie viel kann ich durch die Operation abnehmen?

Zwischen 20 und 50% Ihres Körpergewichtes. Am wenigsten mit dem Magenband, mehr mit Magenbypass und Schlauchmagen, am meisten mit Operationen mit Verdauungsstörung. Das Risiko verhält sich gleich: minimal beim Magenband, gering bei Magenbypass und Schlauchmagen, höher bei Operationen mit Verdauungsstörung.

Kann ich nach der Operation wieder zunehmen?

Spätestens 2 – 3 Jahre nach der Operation nehmen Sie immer etwas zu. Wenn Sie Süssgetränke, regelmässigen Alkoholkonsum, häufige Zwischenmahlzeiten (Snacks) meiden und sich viel bewegen, ist der Gewichtsanstieg gering.

Wie lange dauern die Operation, der Spitalaufenthalt und die Arbeitsunfähigkeit?

Die Operation dauert rund eine Stunde, Sie bleiben normalerweise 3 – 4 Tage im Spital und sind je nach körperlicher Belastung am Arbeitsplatz für 2-6 Wochen voll arbeitsunfähig.

Wann kann ich nach der Operation wieder essen?

In den ersten 2 Tagen erhalten Sie nur Wasser und ungesüssten Tee, dann für 1-2 Wochen pürierte Kost. Ertragen Sie diese gut, können Sie ab 2 Wochen nach der Operation auf weichgekochte, kleingeschnittene und gut kaubare Kost übergehen. Sie werden von unserer Ernährungsberaterin genauestens instruiert und nehmen die Menüvorschläge schriftlich mit nach Hause.

Muss ich Vitamine schlucken?

Die lebenslängliche Einnahme eines Multivitaminpräparates täglich wird empfohlen. Beim Magenbypass und beim Schlauchmagen wird gerne zusätzlich ein Calciumpräparat mit Vitamin D täglich verordnet. Mindestens einmal jährlich sollten Sie durch Ihren Hausarzt Ihr Blut auf Mangelzustände kontrollieren lassen, damit diese rechtzeitig korrigiert werden können. Bei Operationen mit Verdauungsstörung sind immer deutlich mehr Vitamine und Spurenelemente täglich nötig.

Wann kann ich nach der Operation wieder Sport treiben?

Nach der Spitalentlassung werden Sie sofort unbeschränkt laufen dürfen. 1 Woche später ist auch Velofahren und Schwimmen erlaubt. 1 Monat nach der Operation ist Fitness an Maschinen möglich. Je mehr Sie sich bewegen, umso besser das Resultat des Eingriffes.

Kann ich nach der Operation schwanger werden und ein Kind gebären?

Sie werden schon wenige Tage nach der Operation deutlich fruchtbarer. Eine Schwangerschaft vor 1 Jahr nach dem Eingriff ist nicht ratsam, nachher möglich. Achten Sie auf eine genügende Vitaminzufuhr, wenn Sie die Empfängnisverhütung absetzen. Nach dem Gewichtsverlust sind Schwangerschaft und Geburt für Sie und Ihr Kind weniger riskant und eine Spontangeburt ohne Kaiserschnitt wird wahrscheinlicher.

Werde ich nach dem Gewichtsverlust überschüssige Haut haben?

Die Haut strafft sich bei jüngeren und „leichteren“ Patientinnen/Patienten besser. Die Elastizität der Haut ist aber individuell und schwer abschätzbar. Die ästhetischen Ansprüche sind ebenfalls verschieden. Leider sind die Krankenkassen nicht verpflichtet, die Kosten von Hautkorrekturen zu übernehmen. Wird das Kostengutsprachegesuch von der Krankenkasse abgelehnt, werden wir alles unternehmen, eine Lösung für Sie zu finden, aber Sie werden zumindest einen Teil der Kosten selber übernehmen müssen